verliert alles. Einer Leidenschaft folgend finde ich alles, was ich
zum Leben brauche. Was nuetzt mir die Welt, wenn ich meine Seele
verliere. Doch wie schoen ist sie, wenn man weiss wofuer, wovon und
fuer wen man lebt. Ich kreuze den letzten fuer mich unerschlossenen
Teil Afrikas und komme Afrikas Spitze immer naeher und Heimat ist
immer weiter entfernt. 10000 Meilen liegen etwa zwischen dem, wer ich
war und wer ich gerade bin. "When I first start traveling". Anfangs
hing mein Herz noch so an Dingen, die mich ausmachten, doch Zeit
vergeht und Herz veraendert sich und laesst los. Ich fliege. Der
rechte Fluegelarm des Fliegers sagt: "Do not walk outside this area",
doch viel zu weit bin ich nun hinausgetreten. Waehrend ich die
tansanische Tageszeitung auf Kiswahili lese, auch wenn noch nicht in
jedem Detail verstehe, den Kids schwer Tschuess gesagt habe, durch
etwa sechs briefliche Liebesgestaendnisse motiviert bin bald zurueck
zu kommen, komme ich zunaechst mit Bus in Dar Es Salaam an und merke,
dass diese Stadt eine ganz andere ist, wenn man irgendwie dazu
gehoert. Sprache oeffnet unglaubliche Tueren. Die Taxifahrer sind auf
einmal Freunde und weiss zu sein macht fast Spass, wenn man immer
wieder erstaunte Dankbarkeit ausgesprochen bekommt, dass man sich so
der Sprache, der Kultur hingegeben hat. Ueber die Witze des Kondakters
(Schaffner) kann mitgelacht werden und Mzungukommentare werden
gekontert. Ich treffe Joseph in der Stadt und unsere Unterhaltung
findet ausschliesslich in Kiswahili statt, zur Verwunderung all der
Weissen, die ebenfalls im YMCA speisen. In Korasini, bei Tabeas
Strassenjungs, wird mir nochmal klar, was fuer einen heftigen Dienst
diese Frau im Verborgenen tut. Noch bis spaet in den Abend erzaehlt
sie mir Davids Lebensgeschichte, dem Typen, den ich beim Eintreten
kurz getroffen habe.
[zenziert - frag nach, wenn Interesse]
Jeder von Tabeas Jungs hat unglaubliche Geschichten und auf den Strassen,
auf dem Pikipiki, auf dem Schiff erzaehlen mir Leute von ihrem Leben,
von ihrer Gegenwart, ihrer Zukunft und ich schlucke - in welch
Gegenwart wir leben.
Ich bin auf dem Weg nach Suedafrika, afrikanischer Fluchtort,
afrikanisches Europa, der Himmel in Afrika, gepraegt von hohem
Lebensstandard und den Townships, von gehobener Gesellschaft und den
Schwarzen, die um ihr Leben kaempfen. Ich bin gespannt, wie dieser
Teil Afrikas auf mich wirkt und wieviel von der Apartheid noch zu
spueren ist. Zwei Wochen werden nicht reichen um alles zu fassen, doch
einen kleinen Eindruch werde ich sicherlich erhalten. Das Flugzeug
setzt nun zur Landung ein und ich freue mich in zwei Wochen in meine
afrikanische Heimat zurueck zu kehren.
I enjoyed reading :-) You have a very poetic way of writing
AntwortenLöschenEesha (HOPAC)